Der Ort, ein Platz an dem sich täglich tausend individuelle Lebenswege, Stimmungen, Szenerien, Personen und Geschehen kreuzen. Ein Zugwaggon, dessen gelbes Licht einen, romantische Stunden an einen späten sonnigen Herbstabend vorheuchelt. Ich finde mich auf einen engen Ausklappsitz wieder, die anwesenden Personen sind mir durchweg unbekannt, doch blickt man in die Gesichter der Fremden und fasst deren Blicke auf, scheint es als würde alle selbe Gefühl begleiten. Mir gegenüber, gänzlich unscheinbar, ein Schriftzug am Fenster, jener wirkte als sei er aus einer Handbewegung aufgetragen worden „one Love“, in einer Linie hell und schüchtern auf das nüchterne Glas. Nur wenn der Hintergrund jenseits des Fensters in eine dunkle Masse wechselte konnte man ihn wahrnehmen. So unscheinbar dieses Detail auch war, erbrachte es Großes, alleine diese zwei Wörter bestimmten für mich, die Atmosphäre im Waggon. Fasziniert und im Gedanken vertieft, erwischte ich mich, wie mir beim Aufstehen und zur Tür gehen, ein „Machs gut“ begleitend zu einem letzten Blick über die Lippen glitt.

Die Zeit, ein dunkler verregneter Herbsttag, in einem genauso verregneten Kopf. Zwar ein Tag unter vielen, wie jeder Andere aber die Wahrnehmung unterscheidet uns bekanntlich vom Anderem.

Die Handlung, wie beschreibe ich die Handlung, wenn im groben Ganzen die Handlung nur die Beizeit ist in der ich mich befinde, in der ich mich mit meinen Kopfhörer von der Welt abschirme, wieder und wieder dem „alte Lied“ lausche? Wenn die Beizeit jegliche Handlung unterbindet außer das Geschehen, welches wohl ehr als persönlich und individuell angesehen wird? Wenn die Handlung weit weg vom Geschehen stattfindet, kaum erläuterbar, selbst für den Protagonisten?  Dann ist die Handlung und das Geschehen überbewertet und spielen keine große Rolle.

Ein Tag in der eigenen Welt.

 

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